Sprühpflaster - eine echte Alternative?


Nicht für alle Wunden geeignet
Nahaufnahme der Behandlung einer Abschürfung am Fingergelenk mit Sprühpflaster. Gerade an Gelenken halten konventionelle Pflaster oft schlecht. Sprühpflaster sind da praktisch.
Action Pictures/imago-images.de

Einfach auf die Wunde sprühen und fertig – Sprühpflaster sind eine praktische Alternative zu manchen schlecht sitzenden Klebepflastern. Doch sind die Pflaster aus der Dose wirklich für jede Wunde geeignet?

Wie eine zweite Haut

Herkömmliche Klebepflaster sind in fast jedem Haushalt zu finden. Doch sie haben auch Nachteile: Gerade an vielbewegten Körperstellen wie dem Kniegelenk oder dem Ellenbogen sind sie oft nur schwer anzubringen und gehen leicht wieder ab. Sprühpflaster scheinen da eine gute Alternative zu sein. Ihr dünner Film haftet wie eine zweite Haut auf der Wunde und passt sich so allen Bewegungen an. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Sprühpflaster wasserabweisend sind, das Duschen also problemlos möglich ist. Trotzdem lassen sie ausreichend Luft an die Wunde, sodass die Haut nicht aufquillt.

Nur auf trockene Wunden

Ein richtiger Alleskönner also? Nicht ganz. Denn die Sprühpflaster eignen sich nur für Wunden, die oberflächlich und trocken sind. Blutende oder nässende Wunden sind somit tabu. Ein weiterer Nachteil ist, dass der dünne Film - anders als herkömmliche Pflaster - die Wunde nicht abpolstert. Ein mechanischer Schutz besteht nur gegen geringe Belastungen wie zum Beispiel das Reiben eines T-Shirts. Nicht zuletzt brennen einige der Sprühpflaster beim Auftragen – was sie vor allem bei manchen Kindern unbeliebt macht. In der Diskussion ist auch, ob Sprühpflaster den Heilungsprozess der Wunden nicht so gut unterstützen wie andere Pflasterarten.

Richtig auftragen – so geht´s

Auch wenn die Sprühpflaster nicht nur Vorteile haben: Zum Abdecken von kleinen, trockenen Verletzungen sind sie durchaus eine praktische Alternative. Damit das Sprühpflaster aber auch richtig „sitzt“, sollte man beim Aufbringen ein paar Hinweise beachten:

  • Wunde vor dem Aufbringen reinigen, desinfizieren und trocknen lassen.
  • Herstellerangaben beachten: Dort ist genau beschrieben, wie groß der Abstand zwischen Flasche und Wunde beim Auftragen sein sollte.
  • Dünnen Film auftragen und eine Minute trocknen lassen.
  • Um wirklich die komplette Wunde gut abzudecken, kann es auch sinnvoll sein, mehrere Schichten übereinander zu sprühen.

Abmachen muss man ein Sprühpflaster übrigens nicht. Nach einigen Tagen löst es sich ganz von allein wieder auf. Falls das Sprühpflaster schon vorher entfernt werden soll, gibt es in der Apotheke praktische Pflasterentferner.

Quelle: PTA heute 19/2021

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